Corona - Die Krise der Frauen

Ein Kommentar von Dr. Maria Böhme und Maria Koch

Warum haben in den vergangenen Tagen immer mehr Frauen ihre Stimme erhoben und darauf aufmerksam gemacht, dass Familien in der Pandemie-Situation nicht ausreichend unterstützt wurden? Weil es in der Regel die Frauen sind, die den weitaus größten Teil der unbezahlten Familienarbeit leisten. Und so haben sie auch den Großteil der zusätzlichen Kinderbetreuung und des Homeschoolings in den letzten Monaten übernommen.

Aber warum sind es immer noch die Frauen, die den Großteil der unbezahlten Familienarbeit leisten? Weil sie häufig die weniger angesehenen Berufe haben, weniger Wochenstunden arbeiten und weniger verdienen. So steuern erheblich mehr Frauen als Männer auf Altersarmut zu. Was muss geschehen, damit sich das ändert?

Liebe Mädchen und Frauen: Lasst euch keine Klischees einreden. Jungen können nicht generell besser rechnen und Mädchen sind nicht generell sprachbegabter. Entscheidet euch für gutbezahlte Berufe. Besteht darauf, genauso viele Stunden einer bezahlten Arbeit nachzugehen wie euer Partner. Wenn er mehr verdient: Besteht darauf, dass die Hälfte dessen, was er mehr verdient, in eine Zusatzabsicherung für euch investiert wird.

Liebe Bundesregierung: Setzen Sie finanzielle Anreize, damit Eltern gleich viel Elternzeit nehmen oder ihre Arbeitszeit im gleichen Umfang reduzieren! Schaffen Sie das Ehegattensplitting ab! Es befördert nur „Versorgungsgemeinschaften“  – die dann doch auf Kosten der vermeintlich „Versorgten“ gehen.

Liebe Landesregierung: Sorgen Sie dafür, dass Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur eine schöne Kampagne bleibt und vor allem Frauen nach Corona nicht auf der Strecke bleiben.

Liebe Stadt Bornheim: Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse doppelt-berufstätiger Eltern! Zu allererst bedeutet das: Schaffen Sie ausreichend Betreuungsplätze und Räumlichkeiten für die schulische Ganztagsbetreuung, damit beide Elternteile guten Gewissens arbeiten gehen können, wenn sie das möchten!