Bio? Finden wir gut!

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wieviel Arbeit und Aufwand in einem Kohlrabi stecken? Wir waren selbst erstaunt, als uns das klar wurde.
Zunächst wird eine sinnvolle Fruchtfolge geplant und der Acker vorbereitet, Jungpflanzen werden vorgezogen. Nach dem Einbringen des Düngers werden die Jungpflanzen gesetzt. Diese brauchen hernach Pflege: Bewässerung, Schutz vor Schadfraß, Befreiung von Beikräutern (sogenanntes Unkraut). Nach der Ernte ist der Acker wieder in Ordnung zu bringen, die Frucht muss geputzt, eingewogen und verkaufsfertig hergerichtet oder eingelagert werden. Und dann ist sie noch lange nicht im Laden und auf Ihrem Tisch.

Warum ist Bio teurer?

Dieser lange Prozess ist dem konventionellen und dem ökologischen Gemüseanbau gemein – und warum ist das Biogemüse im Laden dann teurer? Ganz einfach: Weil es mehr Arbeit macht, bei der der Mensch sich mit Boden und Frucht beschäftigt. Statt Düngegranulat zu verstreuen, arbeitet der Biobauer Kompost oder Hornspäne in seinen Boden ein. Gegen die Kaninchen und den Kohlweißling schützt er seine Pflanzen mit Netzen und beseitigt das Beikraut mechanisch, statt Herbizide und Pestizide auszubringen. Synthetische Düngemittel verseuchen das Grundwasser – und Biozide sind schlichtweg giftig. Wer also zahlt den Preis für den so billig „konventionell“ erzeugten Kohlrabi?

Was genau will denn eigentlich die Biolandwirtschaft? Kurz: Sie will umwelt- und klimafreundlich sein. Das bedeutet für den Gemüseanbau, achtsam zu sein mit dem Boden, denn er ist unsere Lebensgrundlage. Sie verzichtet deshalb auf Pestizide, Herbizide und synthetischen Dünger und plant sinnvolle Fruchtfolgen, um den Boden nicht auszulaugen. Weiterhin fördert sie durch die ökologische Bewirtschaftung den Humusaufbau und damit die Bodenfruchtbarkeit. Dies trägt darüber hinaus zur klimapositiven Speicherung des Treibhausgases CO2 bei.

Was jede/r Einzelne tun kann

Die „große“ Landwirtschaftspolitik wird auf EU- und Bundesebene gemacht. Vielleicht sagen Sie sich: Daran kann ich doch eh nix ändern, ob die Bauern den Boden mit Dünger oder Pestiziden vergiften, oder? Doch! Jede und jeder Einzelne kann etwas verändern: Nämlich durch ein bewusstes Kaufverhalten und durch kluge Überlegungen zum eigenen Konsum.

Heiko Rey, Getreidefeld in Uedorf

Das Vorgebirge ist von jeher eine bäuerlich geprägte Region. Wegen des großartigen Bodens und der logistisch optimalen Lage zwischen zwei Großstädten leben wir mitten in der rheinländischen „Gemüsekammer“. Der hiesige Premiumboden ist wie geschaffen dafür, die Bevölkerung der umliegenden Städte zu ernähren. Damit das möglichst umweltschonend passiert, setzen wir Bornheimer GRÜNE uns ein für die ökologische Bewirtschaftung unseres – und, mit Verlaub, auch Ihres – Bodens. Der Schutz von Boden, Klima, Wasser, Artenvielfalt, Tieren und Menschen muss im Mittelpunkt von landwirtschaftlichem Arbeiten stehen!

Regional und saisonal

Und was hat das mit den Faktoren regional und saisonal zu tun? Gemüsesorten wachsen nicht überall gleichermaßen gut – und auch nicht zu jeder Jahreszeit. Unsere Region, das Vorgebirge und die Rheinebene, bringen eine Vielzahl an Ackerfrüchten hervor. Zu dieser hohen Zahl kommt es auch aufgrund der saisonalen Wechselwirtschaft. Jede Frucht hat ihre Jahreszeit. Wir hier in Bornheim haben Glück: Hier wächst eigentlich immer irgendetwas.

Vielleicht überlegen Sie das nächste Mal, wenn Sie im Februar im Laden Erdbeeren kaufen wollen, ob Sie das wirklich tun müssen. Denn die nächste Erdbeersaison ist nicht mehr weit.